Dänische Stickmuster

Wie in vielen anderen Ländern auch, haben natürlich auch dänische Damen ihre Stickmuster gestickt und entwickelt. Insgesamt hatten die Mustertücher aber nicht nur den „Zweck“ Vorlagen für weitere Arbeiten darzustellen, sondern waren auch eine gute Übung, für Stickmuster aller Art. Junge Mädchen stickten sich so ihre Stickvorlagen, die dann auch von Generation zu Generation weitergegeben wurden, um auch den „Nachkommen“ die alten Stickmuster zu erhalten.

Später änderte sich die Funktion der Mustertücher nicht nur für eine dänische „Jungfrau“. Etwa ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Mustertücher vor allem deshalb erstellt, weil sie als „Zeugnis“ für die „Fähigkeiten“ einer „heiratsfähigen“ Dame herhalten mussten. Dafür wurden diese kleinen filigranen Meisterwerke sogar eingerahmt und aufgehängt.

Stickvorlagen

In der Zeit des Biedermeier veränderte sich auch in Dänemark die Mode, bei der Auswahl der gestickten Motive. So wurden mehr Stickmuster von Pflanzen, Früchten und „Trauermotive“ sehr modern. Die jungen Damen hatten seinerzeit dann keine Scheu davor eine Begräbnisurne oder eine Trauerweide darzustellen, was ihnen dann auch gut gelang. Bei der Farbauswahl bestand das „Meisterhafte“ an diesen Stickereien, dass die „Farbabweichungen“ in einem Bild so minimal waren, dass die Farbunterschiede in einer Blüte kaum zu erkennen waren.

Besonders in den gestickten Blütengirlanden aus dieser Biedermeierzeit ist das sehr deutlich zu erkennen. Die unterschiede sind vor allem zu den „kräftigen“ Farben früherer Jahrhunderte sehr deutlich und belegen nicht nur einen Modewechsel bei der Motivwahl, sondern auch bei der Farbgestaltung die eindeutig hin zu den typisch zarten Farben des Biedermeiers ging. Die „Biedermeierzeit“ von der der deutschsprachige und der skandinavische Raum „betroffen“ waren, sind eine Epoche, die es so nur auf dem „Festland“ Europas gibt. Im Ausland ist dieser Begriff in der nationalen Entwicklung oft völlig unbekannt.